| Antrag: | Ambitioniertes Augsburg: Für eine Stadt mit Zukunft und Perspektive |
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| Antragsteller*in: | Vorstand der Grünen Jugend Augsburg (dort beschlossen am: 13.12.2025) |
| Status: | Angenommen |
| Eingereicht: | 13.12.2025, 21:02 |
Ä3 zu A1: Ambitioniertes Augsburg: Für eine Stadt mit Zukunft und Perspektive
Antragstext
Nach Zeile 126 einfügen:
10.Reproduktive Gesundheit: für eine queerfeministische, inklusive Gesundheitsversorgung in Augsburg
Gesundheit ist ein Menschenrecht. Trotzdem werden in Forschung, Praxis und Versorgung noch immer überwiegend cis-männliche Körper als medizinische Norm betrachtet. Erkrankungen, die spezifisch Frauen, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen betreffen, werden zu wenig erforscht und behandelt – mit drastischen Folgen für Betroffene. Auch Wissen über Menstruation, Verhütung oder sexuell übertragbare Infektionen wird nicht niedrigschwellig vermittelt.
Das betrifft derzeit auch Augsburg. Denn in einer Stadt wie Augsburg – der drittgrößten Stadt Bayerns – ist es ein Skandal, dass Schwangerschaftsabbrüche nur begrenz oder gar nicht angeboten werden können. Stand November 2024 gab es in Augsburg keine Ärzt*innen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Schwangere, die sich für einen Abbruch entscheiden, werden durch lange Fahrtwege, etwa nach München oder Ulm, unnötig zusätzlich belastet. Schwangerschaftsabbrüche sind Teil der Gesundheitsversorgung und müssen wohnortnah, sicher und unkompliziert zugänglich sein – ohne moralische Verurteilung und unnötige Hürden.
Deshmöchten wir genau das im Stadtrat verändern und eine queerfeministische Gesundheitsversorgung voranbringen. Wir setzen uns ein für eine Stadt Augsburg, die gegen eine Stigmatisierung von Schwangerschaftsabbrüchen vorgeht. Dazu zählt:
- eine städtische Informationsseite mit verständlichen und mehrsprachigen Inhalten zum Ablaufeines Abbruchs, zu Beratungsstellen, rechtlichen Rahmenbedingungen und medizinischen Angeboten
- eine Öffentlichkeitsarbeit der Stadt, die deutlich macht, dass Schwangerschaftsabbrüche ein Teil der Gesundheitsversorgung sind und als solche keine Tabuisierung und Stigmatisierung mit sich bringen dürfen
- eine Stadt, die sich proaktiv für den Ausbau der medizinischen Versorgung einsetzt. Ärzt*innen, die Abbrüche durchführen oder entsprechende Fortbildungen planen, sollen gezielte Unterstützung erhalten, etwa
durch Beratungen zu Fördermöglichkeiten oder durch Hilfe beim Aufbau eigener Praxen.
- eine Stadt, die all ihre Einflussmöglichkeiten nutzt, um das Universitätsklinikum Augsburg in die Pflicht zu nehmen, Schwangerschaftsabbrüche als festen Bestandteil der medizinischen Aus- und Weiterbildung zu verankern
- My body, my choice muss auch in unserer Stadt uneingeschränkt und leicht zugänglich für alle gelten und genau dafür kämpfen wir!